CAS Internationalisierung der öffentlichen Politiken

Thema

Die Gestaltung der öffentlichen Politik zeichnet sich in der Schweiz wie auch anderswo durch eine «zunehmende Prägnanz internationaler Aspekte» aus (J. Fournier, 1996). Der prägendste dieser Aspekte ist zweifellos die Relativierung der nationalen Grenzen als Folge der Globalisierung und – in Europa – der europäischen Integration. Diese Entwicklung hat die Bedingungen, unter denen nationale Politiken definiert und umgesetzt werden, nachhaltig verändert. So haben die Integration der Märkte und die Mobilität des Kapitals zu einem verstärkten Wettbewerb zwischen den Wirtschaftsstandorten geführt, der neue Zwänge in Bezug auf die Gestaltung der Wirtschafts-, Sozial- und Steuerpolitik mit sich bringt. Ebenso können Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger den grenzüberschreitenden Charakter vieler öffentlicher Probleme wie Klimawandel und illegale Einwanderung nicht länger ignorieren.

Der Aufschwung der internationalen Zusammenarbeit, der eng mit diesen Entwicklungen verbunden ist, ist ein zweiter Aspekt der Internationalisierung der öffentlichen Politik. Die Aufgaben im Zusammenhang mit der Governance der Wirtschaft und der Festlegung koordinierter Antworten auf grenzüberschreitende Herausforderungen wurden weitgehend internationalen oder supranationalen Organisationen (OECD, Europäische Union), informellen Foren (Basler Ausschuss) und transnationalen Netzwerken übertragen. Die beeindruckende Vielzahl von Normen – Verträge, Standards, Verhaltenskodizes usw. –, die diese Strukturen produzieren, ist zu einem wichtigen Bestandteil des Rahmens für die Entwicklung der öffentlichen Politiken geworden.

Diese Weiterbildung will den Teilnehmenden die Analyseinstrumente vermitteln, die unerlässlich sind, um die Herausforderungen der Internationalisierung der öffentlichen Politiken der Schweiz zu erfassen. Sie behandelt somit die massgebenden Faktoren dieses Phänomens (Globalisierung, internationale Governance, europäische Integration), seine verschiedenen Formen (Inspiration durch ausländische Modelle, Umsetzung internationaler Standards usw.) sowie seine rechtliche Dimension. Dabei wird sowohl ein theoretischer als auch ein praktischer Ansatz verwendet, indem die Reflexion über die Konzepte mit einer vertieften Untersuchung von sechs ausgewählten Politikbereichen verknüpft wird. Die Kombination von juristischen und politologischen Ansätzen ist eine der Stärken dieses CAS.

Ziele

  • Die Globalisierung und ihre tatsächlichen oder vermeintlichen Auswirkungen auf die Autonomie des Staates verstehen
  • Die internationale und transnationale Governance verstehen: Formen, Entscheidungsprozesse, Rechtsrahmen, normativer Output
  • Fundierte Kenntnisse über das europäische Aufbauwerk – Institutionen, Recht und wichtigste Baustellen – sowie über die Position der Schweiz dazu erwerben
  • Die legistischen und juristischen Techniken beherrschen, die im Rahmen der Übernahme von internationalem und europäischem Recht sowohl bei der Verabschiedung von Normen als auch bei der Anwendung des Rechts eingesetzt werden
  • Im weiteren Sinne die direkten und indirekten Auswirkungen der Globalisierung, der verstärkten internationalen Zusammenarbeit und der europäischen Integration auf das schweizerische Recht und die öffentliche Ordnung der Schweiz analysieren
  • Die im Unterricht erworbenen Analyseinstrumente auf ausgewählte Sektoren und Themenbereiche anwenden

Zielpublikum

  • Absolventinnen und Absolventen des MAS in Public Administration (MPA)
  • Politische und administrative Führungskräfte auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene
  • Personen, die in internationalen Organisationen und NGOs arbeiten
  • Führungskräfte in Unternehmen, Journalistinnen und Journalisten
  • Alle anderen Personen, die den internationalen Kontext verstehen möchten, in dem die öffentlichen Politiken in der Schweiz entwickelt und umgesetzt werden

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